Auswuchten
Zur ordnungsgemäßen Montage
von Reifen gehört auch das Auswuchten. Eine Unwucht am Reifen von 10 g wirkt
durch die Fliehkraft im Fahrbetrieb bei 100 km/h immerhin wie 2,5 kg. Erstes
Anzeichen für eine Unwucht ist zumeist ein Flattern des Lenkrades bei höheren
Geschwindigkeiten.
Man unterscheidet zwei Arten
des Auswuchtens:
Stationäres Wuchten: Beim
stationären Wuchten werden die Räder auf eine Auswuchtmaschine gespannt und in
Rotation versetzt. Auf diese Art können ungleiche Masseverteilungen von Reifen
und Felge festgestellt werden. Man spricht von einer statischen Unwucht, wenn
das Rad eine schwere Seite hat. Zwei schwere Seiten, die sich an der Innen- und
an der Außenseite des Rades befinden, werden als dynamische Unwucht bezeichnet.
Diese Unwuchten werden individuell durch Gewichte ausgeglichen, die am Rad
befestigt werden.
Elektronisches Feinwuchten
am Fahrzeug: Auch wenn bereits stationär ausgewuchtet wurde, kann ein
laufruhiges Rad nach der Montage auf das Fahrzeug erneut eine Unwucht
aufweisen. Das liegt daran, dass das statische und dynamische Auswuchten nur am
Rad stattfindet. Beim elektronischen Feinwuchten werden das Rad und die
Radaufnahme als Einheit betrachtet. Fertigungstoleranzen der Fahrzeugnabe,
Restunwuchten der Nabe und Unwuchten in der Bremstrommel bzw. Bremsscheibe
werden dabei in den Auswuchtvorgang mit einbezogen.
Luftdruck/Reifenfülldruck
Viele Reifenschäden und
Unfälle werden durch einen falschen Reifenfülldruck ausgelöst. Doch der
Luftdruck hat auch entscheidenden Einfluss auf den Reifenverschleiß und den
Kraftstoffverbrauch. Gerade zu geringer Luftdruck an einem oder mehreren Rädern
hat nicht unerhebliche ökonomische und ökologische Auswirkungen:
Ein Minderdruck von 0,2 bar
führt zu einem Prozent mehr Spritverbrauch und einer 10 Prozent geringeren
Reifenlebensdauer.
Bei 0,4 bar Minderdruck hat
dies einen zwei Prozent höheren Spritverbrauch und eine 25 Prozent geringere
Lebensdauer zur Folge.
0,6 bar Minderdruck
gar erhöht den Benzinverbrauch um vier Prozent und reduziert gleichzeitig die
Lebensdauer des Reifens um 45 Prozent.
Nach Aussage
US-amerikanischer Reifenhersteller werden wegen zu niedrigen Luftdrucks —
28 Prozent der US-Bürger fahren angeblich mit Minderluftdruck — auf
amerikanischen Straßen täglich 6,1 Millionen $ verschwendet.
Darüber hinaus ist zu
geringer Luftdruck höchst gefährlich. Durch die verstärkte Walkarbeit des
schlappen Reifens erhitzt er sich übermäßig und kann im Bereich der Karkasse
(des Reifenunterbaus) bis zu 130 °C heiß werden, was im schlimmsten Fall zum
Platzen des Reifens führen kann.
Den vom Fahrzeughersteller
vorgeschriebenen Luftdruck finden Sie in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs
und z.B. in der Tankklappe oder am Türholm vermerkt. Der Luftdruck sollte bei
jedem Tankstopp, mindestens aber alle vier Wochen überprüft werden. Die Prüfung
muss am kalten Reifen durchgeführt werden, da wärmere Reifen einen höheren
Druck aufweisen. Deshalb nie aus einem warmen Reifen Luft ablassen!
Und vergessen Sie nicht den
Reservereifen, denn im Notfall brauchen Sie ihn dringend und dann sollte er
auch einsatzbereit sein!